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Das Bild zeigt einen Stapel Zeitschriften. Foto: Bundesfachstelle Barrierefreiheit

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Hier informieren wir Sie über Neuigkeiten aus dem Bereich der Barrierefreiheit sowie aus der Bundesfachstelle Barrierefreiheit.

Neue barrierefreie Software: Studentin gewinnt Förderpreis für Sprachsteuerung von Apps

Datum 26.07.2018

Kann man Apps auf dem Smartphone über die Sprache steuern? Dafür hat eine Studentin der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) eine Software entwickelt. Für diese Erfindung erhält Aruscha Kramm jetzt als eine von drei Studentinnen den ARD/ZDF-Förderpreis „Frauen + Medientechnologie“.

Aruscha Kramm wird für ihre Bachelorarbeit „Barrierefreiheit in mobilen Applikationen – Implementierung einer Sprachsteuerung“ ausgezeichnet. Kramm hat für sehbehinderte und blinde Menschen einen Software-Prototyp zur Sprachsteuerung entwickelt, der in verschiedene Smartphone-Apps implementiert werden kann.

Der Preis wird im Rahmen der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin am 31. August 2018 übergeben. Erst dann wird auch bekannt, welche der drei Preisträgerinnen den ersten, zweiten und dritten Preis erhält. Insgesamt wird ein Preisgeld von 10.000 Euro vergeben.

Mobile Apps mit der Stimme steuern

Während das Smartphone über Sprachsteuerungen schon bedienbar ist, also die Funktionen über Sprachbefehle ausgeführt werden können, ist bei Apps diese Technik noch nicht Standard. Mit der Entwicklung von Aruscha Kramm werden auch die Applikationen (Apps) auf dem Handy für sehbehinderte Menschen nutzbar. Ihre Software hat sie unter Einbeziehung der Grundfunktionen des iOS- und Android-Betriebssystems entwickelt. Der Software-Prototyp bietet ein Grundgerüst für eine Sprachsteuerung, das auf einzelne Apps übertragen und angepasst werden kann. Dadurch müssen die Apps nicht zeitaufwändig mehr über die Vorlesefunktion gesteuert werden.
Aktuell arbeitet Kramm beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in Leipzig, der beim Relaunch seiner elf Apps auch die Barrierefreiheit umsetzen will.

Über den Preis

Der ARD/ZDF-Förderpreis „Frauen + Medientechnologie“ wird seit zehn Jahren jährlich vergeben. Prämiert werden herausragende Forschungsergebnisse in Abschlussarbeiten von Frauen. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wollen mit dem Preis talentierte Frauen motivieren, sich im Rahmen ihres Studiums und ihrer Forschung mit dem Bereich der audiovisuellen Medienproduktion und -distribution zu befassen.

Bewerben können sich Absolventinnen von Hochschulen und Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, deren Abschlussarbeiten sich mit aktuellen technischen Fragestellungen aus dem Bereich der audiovisuellen und Online-Medien befassen.