23. September: Internationaler Tag der Gebärdensprachen
Datum 23.09.2026
Am 23. September wird weltweit der Internationale Tag der Gebärdensprachen begangen. Für uns als Bundesfachstelle Barrierefreiheit ist dieser Tag Anlass, auf eine Entwicklung zurückzublicken, die wir seit ihren Anfängen begleiten – und zugleich den Blick nach vorn zu richten.
Gebärdensprachen sind eigenständige, natürliche Sprachen. Sie ermöglichen Kommunikation, schaffen Zugang zu Informationen und sind ein wichtiger Bestandteil der Identität und Kultur gehörloser Menschen. Der Internationale Tag der Gebärdensprachen macht ihre Bedeutung sichtbar und erinnert daran, dass sprachliche Zugänglichkeit eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe ist.
Eine Entwicklung, die wir seit ihren Anfängen begleiten
Als Bundesfachstelle Barrierefreiheit begleiten wir die Entwicklung rund um die Deutsche Gebärdensprache und die gleichberechtigte Teilhabe gehörloser Menschen bereits seit vielen Jahren. Dabei haben wir erlebt, wie sich die Wahrnehmung von Barrierefreiheit und die Anforderungen an eine zugängliche Verwaltung verändert haben.
Was zunächst vielfach als besondere Unterstützung verstanden wurde, ist heute zunehmend Teil eines umfassenderen Verständnisses von Barrierefreiheit. Informationen sollen möglichst von Anfang an so gestaltet sein, dass sie für unterschiedliche Menschen zugänglich sind. Dazu gehören vor allem die Angebote in Gebärdensprache und Kommunikationsmöglichkeiten, die den individuellen Bedürfnissen Rechnung tragen.
Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch die Gebärdensprach-Community und ihre Interessenvertretungen geprägt. Ihre Erfahrungen und Forderungen haben dazu beigetragen, dass Gebärdensprachen heute deutlich sichtbarer sind und Fragen der sprachlichen Barrierefreiheit stärker in Politik, Verwaltung und Gesellschaft berücksichtigt werden.
Teilhabe beginnt mit Verständigung
Für Behörden bedeutet Barrierefreiheit, die eigenen Angebote kontinuierlich zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch die Frage, wie Bürgerinnen und Bürger unabhängig von ihrer Hörfähigkeit mit der Verwaltung kommunizieren und Informationen erhalten können.
Digitale Möglichkeiten haben dabei neue Wege eröffnet. Gebärdensprachvideos, digitale Kommunikationsangebote und Video-Dolmetschdienste können dazu beitragen, Informationen zugänglicher zu machen und Wege zur Verwaltung zu erleichtern.
Doch technische Möglichkeiten allein reichen nicht aus. Entscheidend ist auch das Bewusstsein dafür, dass Menschen unterschiedliche Kommunikationsbedürfnisse haben. Barrierefreiheit ist deshalb eine dauerhafte Aufgabe, die Fachwissen, Offenheit und den Austausch mit den Menschen voraussetzt, für die Angebote geschaffen werden.
Rückblick und Auftrag für die Zukunft
Der 23. September ist für uns deshalb mehr als ein Aktionstag. Er bietet Gelegenheit, auf das Erreichte zurückzublicken, den Beitrag vieler engagierter Menschen zu würdigen und gleichzeitig bestehende Barrieren in den Blick zu nehmen.
Als Bundesfachstelle Barrierefreiheit wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass staatliche Informationen und Dienstleistungen für alle Menschen zugänglich sind. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass Veränderung möglich ist, wenn Erfahrungen gehört, Perspektiven einbezogen und Barrieren konsequent abgebaut werden.
Weitere Informationen
Weitere Infos zur Woche der Gehörlosen, zum Internationalen Tag der Gebärdensprachen und zur Gebärdensprache in Deutschland:
World Federation of the Deaf: International Week of Deaf People 2026