Prüfen von PDF-Dokumenten
Mit Hilfe des PDF-Accessibility-Checkers (PAC) kann man überprüfen, ob die automatisch testbaren Prüfpunkte des PDF/UA-Standards eingehalten worden sind.
Ein umfassendes Testverfahren für PDF-Dokumente wurde von BIT inklusiv entwickelt. Hier wird ein Prüfverfahren zu allen Kriterien der EN 301 549 Version 3.2.1 vorgeschlagen. Dabei kommen verschiedene Werkzeuge zum Einsatz, unter anderem auch der PAC und der Colour Contrast Analyzer (CCA).
Richtig Prüfen mit PAC
Der PAC ist ein wichtiges, kostenloses Werkzeug zur Prüfung barrierefreier PDFs. Er bietet verschiedene Prüfarten an:
- PDF/UA-Konformität
- WCAG-Konformität
- Qualitätswarnungen
- KI-gestützte Prüfungen (seit PAC 2026)
Während PDF/UA-Konformität und WCAG-Konformität wichtige Voraussetzungen für die Barrierefreiheit sind, sind Qualitätswarnungen (Reiter „Qualität“) nicht automatisch Fehler. Diese Warnungen müssen von Menschen bewertet werden, um zu entscheiden, ob sie tatsächlich ein Barrierefreiheitsproblem darstellen. Nicht jede Warnung erfordert eine Korrektur.
Allein das Bestehen des PAC-Tests bedeutet allerdings noch nicht, dass ein Dokument barrierefrei ist. Es ist sogar möglich, PDFs zu erzeugen, die den PAC-Test zwar bestehen, aber in der Praxis für Screenreader nicht optimal zugänglich sind. PAC kann nur jene Aspekte prüfen, die automatisiert erkennbar sind. Der PAC-Test ersetzt nicht die manuelle Kontrolle. Das sogenannte Matterhorn-Protokoll beschreibt, welche Prüfungen automatisch und welche manuell erfolgen müssen.
Mit PAC 2026 wurden KI-gestützte Prüfungen eingeführt, die zusätzlich beim Bewerten der Barrierefreiheit helfen können (Reiter „KI“). Die KI kann beispielsweise aus dem visuellen Erscheinungsbild ableiten, ob eine Textpassage als Überschrift gekennzeichnet sein sollte. Zunächst ist das erstmal gut, um die Barrierefreiheit noch besser prüfen zu können, zum Beispiel, wenn bestimmte Bereiche nicht getaggt worden sind. Wie bei allen KI-generierten Prüfungen sollten die Ergebnisse von einem Menschen ausgewertet werden.
Ein Beispiel aus der Praxis: Wenn ein Screenshot einer Textverarbeitung wie Word als Bild eingefügt wird, enthält dieses Bild sichtbaren Text mit Überschriften aus der Textverarbeitung. Die KI erkennt diese Überschriften im Screenshot jedoch fälschlicherweise als zum Text zugehörig, obwohl es sich hier nur um ein Bild handelt. Hier interpretiert die KI also visuelle Elemente, wo eigentlich keine semantische Struktur vorhanden ist, was zu einem „Fehlalarm“ führt.
Abbildung 2: Screenshot PAC 2026 mit geprüftem Beispieltextdokument
Korrekt hingegen erkennt die KI beispielsweise, wenn eine Tabelle fälschlicherweise als Bild eingefügt wird. Hier interpretiert die KI richtig, dass dort ein Problem mit der Barrierefreiheit besteht, da die semantischen Strukturen verloren gehen. Ob ein eingefügtes Bild als Bild zu interpretieren ist oder ob es sich um einen Fehler in der Barrierefreiheit handelt, kann eine KI nicht entscheiden.
Dieses Beispiel macht deutlich, dass auch KI-Warnungen immer von Menschen überprüft werden müssen, um Fehlalarme zu vermeiden und echte Barrierefreiheitsprobleme zu erkennen.
Qualitätssicherung durch menschliche Kontrolle
Wie erwähnt bedarf jede Prüfung auf Barrierefreiheit der manuellen Beurteilung von Menschen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass bei der Prüfung Menschen mit Behinderungen mitwirken. Solange man nur nach Kriterien prüft und nicht überprüft, ob diese Personen auch tatsächlich mit dem Dokument zurecht kommt, hat man ein rein theoretisches Ergebnis, aber ohne Praxiserprobung. Es ist vergleichbar damit, wenn man ein Produkt auf dem Markt bringt und vor Markteinführung keine Vorabtests mit Nutzergruppen macht, um zu prüfen, wie das Produkt ankommt.
- Tipps zum Erstellen barrierefreier Dokumente
- Exportieren als PDF
- Glossar zu barrierefreien (PDF-)Dokumenten
- Rechtliche Vorgaben
Hinweis: Die Sammlung der in der Linkliste genannten Software dient vor allem der Übersicht und Information. Die Nennung ist weder eine (Be-)Werbung noch eine qualitative Bewertung unsererseits. Bei der Liste haben wir uns auf uns bekannte Software beschränkt - sollte es davon weitere geben, nehmen wir diese gerne in die Sammlung der Links mit auf.