Elftes Netzwerktreffen zur digitalen Barrierefreiheit
Datum 08.05.2026
Das elfte Netzwerktreffen digitale Barrierefreiheit, zu dem die Bundesfachstelle Bundesbehörden eingeladen hatte, fand am 23. April statt. An dem Online-Treffen nahmen 80 Mitarbeitende von Bundesbehörden teil. Barrierefreie PDF und Schulungen zum Thema digitale Barrierefreiheit waren diesmal die Schwerpunktthemen – vorgestellt von zwei neuen Mitarbeitenden der Bundesfachstelle.
Nach der Begrüßung durch Dorothee Wulf und der Mitteilung von Neuigkeiten aus der Bundesfachstelle war der erste Redner Alexander Pfingstl, Referent bei der Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik (BFIT-Bund). Er berichtete über die aktuellen Tätigkeiten des Ausschusses für barrierefreie Informationstechnik (nach § 5 BITV 2.0) und der Arbeitsgruppen. Dieser Programmpunkt wird künftig bei jedem Netzwerktreffen Standard sein.
Thema 1: Barrierefreie PDF
Anschließend waren barrierefreie PDF das Thema. Markus Specker, Referent digitale Barrierefreiheit und BFSG bei der Bundesfachstelle, hielt einen Vortrag zum Thema „Von der Erstellung über den Export zum Prüfen von PDF-Dateien“. Dabei erklärte er zunächst, was barrierefreie Dokumente sind und was diese auszeichnet. Er gab Tipps zum Erstellen barrierefreier Dokumente, worauf zu achten ist und wie die im Ausgangsprogramm (wie Microsoft Word und LibreOffice) vorhandenen Werkzeuge zu nutzen sind. Auch zu den Themen Kontrastmessung und Tabellen nannte er praktische Hinweise.
Da man auch beim Erstellen von Formularen viel falsch machen kann, erklärte Markus Specker, was man bei Formularen beachten sollte und wie diese am besten gestaltet werden. An dieser Stelle ging es auch darum, dass HTML-Formulare im Gegensatz zu PDF-Formularen oft die nutzerfreundlichere und gleichzeitig barrierefreie Variante sein können.
Zu den in Programmen wie MS Word oder Adobe Acrobat Pro vorhandenen internen Prüfungen sagte er, dass sie eine gute Hilfe seien. Aber sie sollten nicht alleiniges Kriterium sein, um die Barrierefreiheit einer Datei zu bewerten.
Was beim Exportieren einer Datei in eine PDF zu beachten ist, stellte Specker ausführlich dar. Dabei zeigte er konkret die Exportier-Wege aus den Programmen MS Word und LibreOffice.
Zum Schluss ging der Referent auf das Prüfen von PDF-Dokumenten ein. Dabei stellte er Prüftools vor und gab praktische Beispiele für die Warnungen des PDF Accessibility Checkers (PAC). Auch auf die Funktionalitäten des neuen KI-Reiters, den die neue Version PAC 2026 enthält, ging er ein.
Die meisten der Tipps zur Umsetzung barrierefreier PDF sind inzwischen auch auf unserer Website zu finden - im ausführlichen Ratgeber zu barrierefreien Dokumenten.
Specker betonte am Ende seines Vortrags, dass die Auswahl des richtigen Formates anhand des Einsatzzwecks wesentlich ist und man bereits beim Erstellen des Ausgangsdokuments die Weichen für Barrierefreiheit setze. Eine menschliche Kontrolle ist immer notwendig, sagte er, und wies auch auf die Einbeziehung von betroffenen Nutzerinnen und Nutzern hin – Barrierefreiheit sei kein Selbstzweck, so Specker.
Thema 2: Schulungen
Jana Scheidemann, Mitarbeiterin der Bundesfachstelle, berichtete anschließend über „Schulungen zu barrierefreien Dokumenten und digitaler Barrierefreiheit“. Dabei stellte sie eine Auswahl der verschiedenen Angebote an Online-Schulungen vor und gab Tipps für die Integration dieser persönlichen Fortbildungen in den Alltag.
Neben beispielsweise Schulungs-Angeboten des eGovCampus und der BAköV ging sie auch auf Selbstlern-Angebote wie die Umsetzungshilfen des Portals IT-Barrierefreiheit ein.
Bei der Vorstellung der möglichen Schulungen nannte Scheidemann jeweils die Zielgruppe, das Format und die Dauer der einzelnen Angebote. Diese helfen bei der Wahl der passenden Schulung.
Alle im Vortrag genannten Schulungsangebote und eine Kurzbeschreibung sind auch auf der Website der Bundesfachstelle zu finden: Schulungen digitale Barrierefreiheit.
Als Tipps für die Integration von Schulungen in den Arbeitsalltag riet Scheidemann, kleine, regelmäßige Lerneinheiten zu planen und sich feste Lernzeiten im Kalender einzutragen. Zur Steigerung der Motivation empfahl sie, das bevorzugte Lernformat auszuwählen und ein konkretes Ziel zu formulieren. Nicht zuletzt sollte das Erlernte dann auch im Alltag angewendet werden.
Thema 3: Vorstellung des Portals IT-Barrierefreiheit
Was bietet das Portal IT-Barrierefreiheit des Bundes? Das stellte Hannah Eberhardt vom Referat DG II 1 -Grundsatz, Budget D-Stack beim BMDS (Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung) vor. Das Portal wird nach und nach um weitere Inhalte erweitert, seit dem Start im Jahr 2022 wurde das Angebot stark ausgebaut.
Zum einen ging sie auf den Standardanforderungskatalog ein. Dieser ist ein Werkzeug, um für eine spezifische IT-Lösung die passenden Barrierefreiheitsanforderungen zu identifizieren.
Als nächstes stellte sie die Seite der Umsetzungshilfen des Portals vor. Dort gibt es zahlreiche praktische Hilfen, darunter Tipps zum Projektvorgehen sowie konkrete Tipps zu Software, Apps, Websites, Dokumenten und Videos.
Neu sind die Umsetzungshilfen speziell zu barrierefreien Word-Dokumenten.
Eberhardt zeigte zudem die Seite zum Thema Schulungen, die vorwiegend Angebote aus Bund und Ländern darstellt.
Am Ende stellte Eberhardt noch einmal das Tool KoliBri vor, die Komponenten-Bibliothek für barrierefreie Webanwendungen. Dieses steht allen Anwendern kostenlos zur Verfügung.
Netzwerk digitale Barrierefreiheit
Seit Sommer 2022 veranstaltet die Bundesfachstelle Barrierefreiheit mindestens zweimal jährlich Netzwerktreffen zur digitalen Barrierefreiheit für Behörden des Bundes. Ziel ist der Austausch und die Vernetzung für die Umsetzerinnen und Umsetzer von digitaler Barrierefreiheit in den Behörden. Aktuell sind bereits über 240 Mitarbeitende von Bundesbehörden Teil des Netzwerks.
Sie möchten auch teilnehmen?
Wenn Sie in einer Bundesbehörde zum Thema digitale Barrierefreiheit arbeiten und Interesse haben, ebenfalls Mitglied im Netzwerk zu werden und an den Treffen teilzunehmen, melden Sie sich bitte bei der Bundesfachstelle:
bundesfachstelle-barrierefreiheit@kbs.de
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Weitere Informationen zum Netzwerk finden Sie hier: Netzwerk digitale Barrierefreiheit
Das nächste Netzwerktreffen in großer Runde wird im Herbst stattfinden, vorher sind weitere, kürzere Termine zu Schwerpunktthemen geplant.