Bundesfachstelle Barrierefreiheit

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Das Bild zeigt einen Stapel Zeitschriften. Foto: Bundesfachstelle Barrierefreiheit

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Hier informieren wir Sie über Neuigkeiten aus dem Bereich der Barrierefreiheit sowie aus der Bundesfachstelle Barrierefreiheit.

Barrierefreier Notruf für Menschen mit Hörbehinderungen

Datum 29.11.2016

Der Deutsche Gehörlosen-Bund e. V. veranstaltete am 29. November 2016 in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Fachtagung zum Thema „Barrierefreier Notruf“ in Berlin. Derzeit gibt es kein bundesweit einheitliches Notruf- und Katastrophenwarnsystem für gehörlose Menschen.

In Unfallsituationen hätten Menschen mit einer Hörbehinderung keine Chance, sich über den telefonischen Notruf 112 zu verständigen, erklärte Wolfgang Bachmann, Vize-Präsident des Deutschen Gehörlosen-Bundes e. V. Es seien Fälle bekannt, in denen Menschen mit Hörbeeinträchtigungen - beispielsweise bei einem Autoschaden - mehrere Stunden in einem abgelegenen Waldgebiet verbringen mussten, bis sie Hilfe gefunden hätten. Auch sei es ohne einen barrierefreien Notruf schwierig für sie, Hilfe für Dritte zu holen, wenn sie Zeuge eines Unfalls sind.

Bereits im Oktober hatten der Deutsche Gehörlosen-Bund e. V. sowie weitere Verbände deshalb in einer Resolution die Einrichtung eines bundesweiten barrierefreien Notrufs gefordert. Dieser soll über unterschiedliche Kommunikationswege abgesetzt werden können, unter anderem durch Notruf, App, E-Mail und einen Telefonvermittlungsdienst für gehörlose und hörgeschädigte Menschen. Er muss rund um die Uhr erreichbar sein.

Auf der Fachtagung wurden mehrere Lösungen für einen barrierefreien Notruf von privaten Anbietern vorgestellt.

Hintergrund

Im Telekommunikationsgesetz (TKG) werden (Sprach-) Telefon und Fax als einzige Kommunikationsmittel für den Notfall beschrieben. Andere Kommunikationswege wurden bisher nicht umgesetzt. In echten Notsituationen können Menschen mit Hörbehinderung dadurch wertvolle Zeit zur Rettung verlieren.

In Deutschland sind 10,2 Millionen Menschen als behindert anerkannt, zwei Millionen davon sind gehörlos oder hörbehindert.