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Bundesregierung veröffentlicht den zweiten Teilhabebericht über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen

Datum 18.01.2017

Das Bundeskabinett hat heute den zweiten Teilhabebericht über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen verabschiedet. Der Bericht macht deutlich: Die Entwicklung der Teilhabe verläuft nicht in allen Lebensbereichen einheitlich. Neben erkennbaren Fortschritten gibt es auch weiterhin Nachholbedarf in wichtigen Lebensbereichen.

Erfreulich ist, dass immer mehr Kinder im Vorschulalter qualifiziert gemeinsam betreut werden. Der Anteil der inklusiv betreuten Kinder ist von 81 Prozent (2008) auf 91 Prozent (2015) gestiegen.

Auch ist die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderungen in den letzten Jahren stark gesunken, das Beschäftigungsniveau ist gestiegen. Fast 1,2 Mio. Arbeitnehmer oder ihnen gleichgestellte wurden im Jahr 2014 beschäftigt.

Deutlich mehr Menschen wohnen ambulant betreut in eigener Wohnung – seit 2008 hat sich ihre Anzahl auf rund 160.000 im Jahr 2014 verdoppelt.

Aber noch immer werden mehr Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf an Förderschulen als an Regelschulen unterrichtet – 66 Prozent in 2014. Und nach wie vor bleiben viele Förderschülerinnen und Förderschüler ganz ohne Schulabschlüsse – 71 Prozent in 2014.

Handlungsbedarf gibt es nach wie vor beispielsweise beim Angebot barrierefreier Verkehrsmittel, barrierefreiem Wohnraum und bei barrierefreier Freizeitgestaltung. Immerhin sind im Bereich des Schienenpersonennahverkehrs 60 Prozent der von der DB AG eingesetzten Fahrzeuge barrierefrei.

Um künftig eine zuverlässige Datenbasis für die Berichterstattung zu schaffen, wurde bereits Ende 2016 mit den Vorbereitungen für eine breit angelegte, über fünf Jahre laufende Repräsentativbefragung von Menschen mit Beeinträchtigungen begonnen. Bürgerinnen und Bürger sollen erstmals selbst befragt werden, wie sie leben, wie sie leben wollen und wo sie auf Barrieren stoßen. Erste Ergebnisse daraus werden somit in den nächsten Teilhabebericht einfließen können.

Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland

Die Zahl der Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland ist von 10,99 Millionen (2005) auf 12,77 Millionen (2013) gestiegen. Diese Entwicklung ist primär auf den demografischen Wandel zurückzuführen, denn Beeinträchtigungen treten mit höherem Alter vermehrt auf. Als Menschen mit Beeinträchtigungen gelten Menschen mit anerkannter Behinderung oder chronischen Erkrankungen.

Hintergrund zum Teilhabebericht der Bundesregierung

Die Bundesregierung erstellt alle vier Jahre einen Bericht über die Lage von Menschen mit Beeinträchtigungen in Deutschland. Dazu werden Daten über deren Lebenslage und den Entwicklungsstand ihrer Teilhabe ausgewertet. Damit wird die im SGB IX und in der UN-Behindertenrechtskonvention festgelegte Berichtspflicht erfüllt.