Bundesfachstelle Barrierefreiheit

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Das Bild verschiedene Piktogramme. Zu sehen sind Buchstaben, Zahlen, Menschen und Hände.  Foto: Bundesfachstelle Barrierefreiheit/Zadel-Sodtke

Praktische Hilfe

Im Bereich Praxishilfen stellen wir Ihnen konkrete Tipps zur Umsetzung von Barrierefreiheit zur Verfügung.

Öffentlicher Raum

Der öffentliche Raum ist das gebaute Lebens- und Wohnumfeld außerhalb von Gebäuden und Privatgrundstücken. Dazu gehören sowohl Verkehrsflächen wie Gehwege, Straßenübergänge, Fußgängerzonen und Plätze als auch Grünanlagen wie Parks, Friedhöfe, Schulhöfe, Spielplätze, Sportflächen sowie Natur- und Kulturlandschaften, Strand- und Uferzonen.

Der öffentliche Raum ist das Bindeglied oder die verbindende Fläche für eine eigenständige Bewegung, für Begegnung und Erholung. Er muss die Erreichbarkeit der Ziele im Wohnumfeld, im Quartier, in der Stadt, der Kommune oder dem Landkreis gewährleisten. Zu erreichende Ziele von der Wohnung aus sind z.B. das angrenzende Nachbarschaftsgebiet, Haltestellen des ÖPNV und Fernverkehr, Geschäfte und Dienstleistungen, Arztpraxen und Gaststätten, die Arbeitsstelle sowie Veranstaltungsorte für Freizeit, Kultur und Sport.

Weil der öffentliche Raum für jeden zugänglich sein soll, ist die Nutzbarkeit für alle hier besonders wichtig. Um ganzjährig, bei jedem Wetter, eine Erkennbarkeit, Erreichbarkeit, Zugänglichkeit, Bedienbarkeit und Nutzbarkeit zu gewährleisten, sind für die Barrierefreiheit im Öffentlichen Raum besonders wichtig:

  • Infrastruktur mit durchgängigen Wegeketten und abgestimmten Mobilitätsschnittstellen sowie Begegnungsmöglichkeiten auch zum Sitzen und Ruhen
  • verständliche Leit- und Orientierungssysteme mit Wiederholungseffekt basierend auf einem örtlichen barrierefreien Gestaltungsleitbild
  • Berücksichtigung der subjektiv empfundenen Sicherheit, d.h. Vermeidung von zielgruppenspezifischen Angsträumen und richtige Absicherung von Baustellen
  • Bodenaufbauten und Konstruktionen in Baustoffen mit beständigen Oberflächen-Materialien, die die Barrierefreiheit auch bei Abnutzungen und Wettereinflüssen gewährleistet, z. B. Rutschfestigkeit auch bei Vereisungen sowie Kontraste auch bei Verschmutzungen
  • Bepflanzung ohne negativen Einfluss auf ebene Oberflächen und Berücksichtigung der Haupt-Allergene
  • an die Wahrnehmung des Menschen orientierte Beleuchtung, auch unter dem Aspekt der Lichtgesundheit
  • Beachtung der Stadtgeräusche und Stadtakustik
  • Wartung und erforderliche Pflege auch im Herbst und Winter, z. B. durch entsprechende Laubbeseitigung und Winterdienst (barrierefreie Räumung, Streuung)

Normen und Regelwerke

Das wichtigste anerkannte Regelwerk für den öffentlichen Außenraum ist die vom Deutschen Institut für Normung herausgegebene „DIN 18040-3: Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 3: Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum“ einschließlich der Querverweise auf die DIN 18040-1: Öffentlich zugängliche Gebäude. Die Bayerischen Architektenkammer hat hierzu, gemeinsam mit dem Bayerischen Bauministerium und dem Bayerischen Sozialministeriums, Leitfäden herausgegeben:

Für die Gestaltung des öffentlichen Raums mit entscheidend sind darüber hinaus:

  • „DIN 32984 Bodenindikatoren im öffentlichen Raum“, einschließlich der Sonstigen Leitelemente,
  • „DIN 32975: Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung“ (Kontraste),
  • „DIN 18202: Toleranzen im Hochbau“,
  • „DIN 18034: Spielplätze und Freiräume zum Spielen - Anforderungen für Planung, Bau, Betrieb“,
  • „DIN 33942: Barrierefreie Spielplatzgeräte - Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren“

Empfehlenswert sind zudem die „Hinweise für barrierefreie Verkehrsanlagen (H BVA)“, ein umfängliches Wissensdokument der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen. Darin sind Leitlinien und Prinzipien einer barrierefreien Gestaltung von Verkehrsanlagen erläutert. Auch der Prozess einer barrierefreien Planung und der Entwurf barrierefreier Verkehrsanlagen werden in den Hinweisen erklärt. Das Dokument bezieht sich auf Anlagen des öffentlichen Verkehrs, Anlagen des Fußgänger- und Radverkehrs, den ruhenden Verkehr sowie die Straßenraum- und Landschaftsgestaltung.

Speziell für die Gewährleistung von Barrierefreiheit von Anlagen zum Naturerleben gibt es keine aktuellen empfehlenswerten Planungshilfen. Insgesamt gute Hinweise geben aber die Planungshilfen zur Barrierefreiheit „Natur für Alle“. Sie sind jedoch seit dem Jahr 2001 nicht mehr aktualisiert, so dass darin nicht alle Maße DIN-konform sind. Die insgesamt sieben Planungshilfen sind zum Download oder auch auf CD-ROM erhältlich.